MONTBLANC sieht Potenzial in den USA

Die Stimmung am Genfer Uhrensalon (SIHH) am Stand des zur Richemont-Gruppe gehörenden Uhrenherstellers Montblanc ist laut Davide Cerrato "rekordverdächtig" gut. "Das ist der Lohn für die Arbeit der vergangenen Jahre", erklärte der Montblanc-Uhrenchef am Dienstagabend im Gespräch mit AWP. "Die vor einigen Jahren implementierte Strategie zeigt Wirkung." Cerrato blickt zuversichtlich auf das neu angelaufene Jahr 2018, wobei er unter anderem in den USA Wachstumschancen sieht.

Erfolgreich unterwegs ist Montblanc laut Cerrato beispielsweise mit den Timewalker-Uhren, mit welchen das Unternehmen bereits im vergangenen Jahr im Bereich Racing ins Segment der professionellen Sportuhren vorgedrungen sei. An der diesjährigen Messe präsentiere Montblanc nun neue Timewalker-Modelle zum Thema "Mountain Exploration", die sich einer guten Nachfrage erfreuten.

Montblanc stelle mit ihren neuen Minerva-Werken das Uhrmacher-Erbe der traditionsreichen Uhrenmanufaktur unter Beweis, unterstrich Davide Cerrato. Die 1858 gegründete Minerva mit Produktionen in Villeret im Berner Jura und in Le Locle fabriziert die hochwertigen mechanischen Uhren der Marke Montblanc.

Kommt hinzu, dass sich die im vergangenen Jahr von Montblanc lancierte Smartwatch sehr gut verkauft. "Die Verkäufe entwickeln sich besser als erwartet. Die Smartwatch ergänzt das Geschäft mit traditionellen Uhren bestens und eröffnet uns etwa den Zugang zur Kundengruppe der Millennials." Die "Montblanc Summit" sei mit ihrem Vintage-Design einzigartig am Smartwatch-Markt und biete den Kunden das technologische Know-how von Google am Handgelenk.

WICHTIGES JAHR 2018

"Das Jahr 2018 wird für Montblanc ein entscheidendes Jahr werden", ist Cerrato überzeugt. Der Uhrenhersteller kämpfe nämlich nach wie vor damit, dass Montblanc bei vielen als eine Marke für Schreibinstrumente wahrgenommen werde. Das soll sich nun mit den neuen Produkten und Innovationen ändern. Das Uhrengeschäft gewinne damit weiter an Momentum.

Gut entwickle sich der Verkauf von Montblanc-Uhren etwa am südostasiatischen Markt, wo die Marke traditionell gut aufgestellt sei, blickt Cerrato auf die Regionen. Vor allem vom Aufschwung in China könne das Unternehmen profitieren. Eine gefestigte Position habe Montblanc aber auch in Grossbritannien oder in Lateinamerika, dort vor allem in Mexiko. 

In Europa verkaufe Montblanc ihre Uhren derweil nicht nur an asiatische Touristen, sondern vermehrt auch an Europäer. "Sogar gut entwickelte Märkte wie Deutschland oder Italien sind stark in das neue Jahr gestartet." 

POTENZIAL IN DEN USA

In den USA sei Montblanc historisch bedingt dagegen noch nicht so stark am Markt vertreten, sagte Cerrato im Interview. Das soll sich ändern. "Unsere Sportprodukte kommen in den USA gut an." Nun gehe es darum, das Potenzial, welches dieser sehr grosse Markt biete, zu nutzen. Wachstumschancen biete in den USA unter anderem auch das eCommerce-Geschäft.

Sowieso sei Montblanc ein Pionier in Sachen Online-Verkauf, so Cerrato. Die Gruppe verkaufe seit 2011 ihre Produkte, also Schreib- und Lederwaren sowie Uhren übers Internet und das Geschäft wachse stark. Gefragt seien vor allem Produkte im Einstiegspreis-Niveau, das bei Uhren bei rund 2'400 EUR liegt. Nebst dem eigenen Online-Kanal biete Montblanc die Uhren auch auf den Online-Portalen Net-a-Porter und Mr.Porter den Kunden an.

Die gesamte Montblanc-Gruppe verfüge zudem mit weltweit rund 500 markeneigenen Boutiquen über ein starkes Verkaufsnetz, ergänzte der Uhrenchef. Und Montblanc verkaufe ihre Uhren zudem an weiteren ausgewählten Standorten über Wholesale-Partner wie in der Schweiz beispielsweise Bucherer oder Les Ambassadeurs. Insgesamt sei Montblanc an den für die Uhren wichtigsten Standorten weltweit präsent, doch werde man das Vertriebsnetz weiter entwickeln, so der CEO.

AWP | 17.1.2017

WA & Al.