IWC baut eCommerce aus und feiert das 150-Jahre-Jubiläum

Die Vertreter der Schweizer Uhrenbranche blicken optimistisch in die Zukunft. Das zeigt sich auch in der Luxusuhrenindustrie am Genfer Uhrensalon (SIHH), der am Montag die Tore geöffnet hat und wo unter anderen Richemont-Marken wie Cartier, IWC, Vacheron Constantin oder Piaget bis Freitag ihre Neuheiten präsentieren. Im Gespräch mit Medienvertretern liess IWC-Chef Christoph Grainger-Herr durchblicken, dass das Geschäft im vergangenen Jahr, und dabei insbesondere das Weihnachtsgeschäft, gut gelaufen ist.



"Wir haben uns im vergangenen Jahr weltweit sehr positiv entwickelt", sagte Grainger-Herr, ohne dabei ins Detail zu gehen. Dabei hätten alle Märkte eine Beitrag dazu geleistet. "Wir sind und waren als Marke immer breit und gut aufgestellt, da wir seit langem unterschiedliche Preispunkte abdecken und global gut vertreten sind." Dadurch sei IWC nicht so stark von einem einzelnen Markt abhängig. Das sei in einem Marktumfeld, in dem die Touristenströme viel dynamischer sind als noch vor Jahren, ein Vorteil für die Marke.

"Unsere Aufgabe ist es, dort und dann am Markt vertreten zu sein, wo und wann der Kunde nach IWC-Produkten sucht", erklärte der IWC-CEO die Omnichannel-Strategie. "Das ist ein Frage der Agilität." Online ist die Marke in den USA mit den Online-Partnerportalen Net-a-Porter/MrPorter, selber und mit weiteren Partnern gut vertreten. Aber auch in Ländern wie Grossbritannien, Australien oder Deutschland entwickle sich der Verkauf der Uhren übers Internet gut. Bis Oktober sollen IWC-Uhren dann neu auch in China offiziell im Netz verkauft werden.

150 JAHRE IWC

Im Jahr 2018 feiert IWC das 150jährige Jubiläum. Der Ingenieur und Uhrmacher Florentine Ariosto Jones reiste 1868 von Boston in die Schweiz und gründete in Schaffhausen das Unternehmen. Im laufenden Jahr lanciert IWC dazu verschiedene Jubiläums-Kollektionen in einer grossen Bandbreite von Produkten in verschiedenen Preiskategorien. "Davon erhoffen wir uns natürlich auch eine Absatzsteigerung", gibt Christoph Grainger-Herr zu.

Ein weiterer Meilenstein des neuen Jahres stellt die Inbetriebnahme der neuen Fabrikation in Schaffhausen dar. Auf 11'000 m2 werden in der neuen Produktion Gehäuse- und Werkteile gefertigt sowie die Gehäuse zusammengebaut. Damit wolle man die Kapazität erhöhen und die Flexibilität je nach Marktnachfrage nach IWC-Uhren weiter verbessern, so der CEO. Im März soll der Umzug bestehender Einheiten soweit über die Bühne gehen und im Frühsommer offiziell eröffnen. 

RICHEMONT HÄLT AN LEDERWAREN-MARKEN FEST

IWC zählt wie Cartier, Piaget oder Baume&Mercier zum Richemont-Konzern. Die "Maisons" der Gruppe sind am SIHH gut vertreten. Zu Richemont liessen dem Konzern nahestehende Quellen anlässlich des Salons verlauten, dass man nebst dem Schmuck- und Uhrengeschäft auch mit der Entwicklung der kürzlich restrukturierten Lederwarenmarken Lancel und Alfred Dunhill zufrieden ist und auf Wachstum setzt. Laut den Quellen will Richemont die beiden "Maisons" nicht verkaufen und vielmehr weiter in der Konzernstruktur behalten.

Wie vergangene Woche mitgeteilt, ist Richemont im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahr 2017/18 bzw. dem Weihnachtsquartal weiter gewachsen. In Lokalwährungen steigerte der Konzern den Umsatz um 7%, nach neun Monaten resultiert nach dem Rückgang in der Vorjahresperiode gar ein Plus von 10%.

Laut den Richemont-Quellen haben die verbesserten Sell-Out-Zahlen auch dazu geführt, dass die vollen Lager insbesondere bei den Händlern weiter reduziert werden konnten. Im Sommer 2016 musste Richemont vor allem aus den Lagern der Cartier-Händler Uhren zurückkaufen, was die Geschäftsentwicklung entsprechend belastet hatte. Ausserdem wurden in der Produktion verschiedener Uhrenhäuser der Gruppe Stellen abgebaut. Wie von den Quellen dazu zu hören war, dürfte es in naher Zukunft zu keinem weiteren Abbau kommen.

AWP | 15.1.18

WA & Al.