Muss es die Schweiz sein?

Zehn Jahre WATCH AROUND. Seit 2007 berichtet die Uhrenpublikation engagiert und leidenschaftlich über Themen rund um die Uhr. Und schon in der ersten Nummer gab WATCH AROUND-Gründer Jean-Philippe Arm mit einem Dossier aus seiner Feder den Ton an, der das Besondere dieses Magazins ausmachen würde. In einer losen Serie über Perlen aus unserem Archiv drucken wir sozusagen seinen Artikel nach.

Es sind nicht nur Schweizer Aborigines, die die Uhrenindustrie stark gemacht haben, es sind vor allem auch  viele Zuzüger aus der Fremde. «Ein Mix der Kulturen», setzt Jean-Philippe Arm als Titel über seine Geschichte in der Nummer 1 von WATCH AROUND, und belegt es mit der Geschichte des Bayern Hans Wilsdorf, der Rolex gross gemacht hat, oder mit dem Polen Norbert de Patek sowie dem Franzosen Adrien Philppe, die mit Patek-Philippe eine der strahlendsten Marken im Land gegründet haben. Und mit vielen anderen.


Stellen sie sich die Uhrenindustrie erwachsen vor. Bei 30, 40 oder sogar 50 Milliarden.
— Topmanager Jean-Claude Biver im Jahre 2007

Muss eine gute Uhr nach wie vor aus der Schweiz stammen? Fest steht, dass auch heute viele Topleute der Branche nicht mit dem Schweizer Pass geboren wurden, aber die Schweiz als Basis ihres Schaffens gewählt haben. «Es war undenkbar anderswo», sagt der Franzose Richard Mille, Besitzer der gleichnamigen und erfolgreichen Uhrenmarke. Auch der Italiener David Zanetta, Mitbegründer von De Bethune sah keine Altenative: «Wenn man echte Qualität machen will, ist der einztige Ort, wo das geht, die Schweiz.» Der Luxemburger Jean-Claude Biver, sah es ähnlich: «Wenn man die Spitzenklasse anstrebt, hat man keine andere Wahl.»

Aus heutiger Sicht sind auch diese Überlegungen von Starmanager Jean-Claude Biver lesenswert: «Die Schweizer Uhrenindustrie exportiert insgesamt Uhren für 13 Milliarden Franken», sagte Biver, verglichen mit dem 30-Milliarden-Umsatz des Luxus-Konzerns LVMH oder den 50 Milliarden von UBS sei das ein Klacks: «Man stelle sie sich einmal richtig erwachsen vor, bei 30, 40 oder gar 50 Milliarden.»

Heute, allen Schwarzmalereien zum Trotz, sind wir bei 20 Milliarden. Immerhin.

WA | SG& PAS | 27.11.2017